Tipps zum BAföG

Die neuen Chancen und Vorteile des BAföGs clever nutzen

Für Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten sowie Auszubildende gibt es eine gute Nachricht: Die BAföG-Reform 2022 ist da. Damit verbunden ist eine Gesetzesänderung, die zu höheren Bedarfssätzen und Freibeträgen sowie zu einer Anhebung der Altersgrenze führt. Ihre Volksbank Südmünsterland-Mitte eG verschafft Ihnen einen Überblick über die neuesten Änderungen und die Vorteile, die sich daraus ergeben.

Tipps BAföG

Vorteile der BAföG-Reform

BAföG-Höchstsatz steigt

Ab dem Wintersemester 2022/23 wird der Förderungshöchstsatz für Studentinnen und Studenten bei 934 Euro liegen. Er besteht aus dem Grundbedarfssatz von 442 Euro, dem Zuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung von 122 Euro und der Wohnpauschale von 360 Euro. Die Höhe des Schüler-BAföGs variiert je nach Schulform und Wohnsituation, wird sich jedoch ebenfalls erhöhen. Schülerinnen und Schüler, die eine höhere Fachschule, Akademie oder Hochschule besuchen und nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, erhalten bis zu 812 Euro.

Freibetrag für das Einkommen der Eltern erhöht sich

In der Regel sind Eltern zur Finanzierung der Erstausbildung ihrer Kinder verpflichtet. Deshalb spielt das Einkommen der Eltern bei der Bewilligung und der Höhe von BAföG eine wichtige Rolle. Dabei gelten Freibeträge: Liegt das Elterneinkommen unterhalb einer bestimmten Grenze, erhalten Kinder den BAföG-Höchstsatz. Diese Grenzen ändern sich mit der Reform. So steigt der monatliche Freibetrag für verheiratete Eltern mit einem Kind von 2.000 auf 2.415 Euro. Bei alleinstehenden oder nicht verheirateten Eltern mit einem Kind liegt der Freibetrag nun bei 1.605 Euro pro Person. Der Freibetrag für ein Stiefelternteil steigt ebenfalls und liegt nun bei 805 Euro monatlich.

Freibeträge für das eigene Einkommen und Vermögen

Falls Sie bereits selbst etwas verdienen oder Vermögen angespart haben, gehen die entsprechenden Beträge in die BAföG-Berechnung ein. Ab Oktober 2022 können BAföG-Empfänger mehr hinzuverdienen: Der Freibetrag für das eigene Einkommen steigt von 290 Euro auf 330 Euro. Weil das BAföG-Amt zudem die Werbungskostenpauschale sowie die Beiträge zu den Sozialangaben anrechnet, können Sie monatlich 520 Euro hinzuverdienen, ohne dass das einen Einfluss auf die BAföG-Höhe hat. Als Ersparnis dürfen Sie bis zu 45.000 Euro zurücklegen, wenn Sie über 30 Jahre alt sind. Jüngere dürfen ein Vermögen von bis zu 15.000 Euro ansparen.

Mietkostenzuschuss und Heizkostenpauschale

Ab dem 1. April 2020 steigt die monatliche Ratenhöhe für die Darlehensrückzahlung auf 130 Euro. Jedoch sind BAföG-Geförderte, die 77 Monatsraten getilgt haben, in der Regel endgültig schuldenfrei – unabhängig vom ursprünglichen Darlehensbetrag. Hast du wegen eines zu geringen Einkommens einen Antrag auf niedrigere Monatsraten eingereicht und hat der Bund dir diesen bewilligt, bist auch du nach 77 Monaten schuldenfrei – selbst, wenn du weniger als die bisher erforderlichen 10.000 Euro zurückgezahlt hast.

Die Regelungen zur Rückzahlungsbegrenzung gelten ab September 2019. Für Studierende, die schon vorher BAföG mit Darlehen bezogen haben, gilt das alte Regelungssystem. Wer von den neuen Regelungen profitieren möchte, kann jedoch innerhalb von 6 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes in das neue Regelungssystem wechseln.

BAföG bis zum 45. Lebensjahr

Bisher galt: Eine BAföG-Förderung erhalten nur diejenigen, die zum Beginn des Bachelorstudiums nicht älter als 29 Jahre und zum Beginn des Masterstudiums nicht älter als 34 Jahre sind. Beide Altersgrenzen steigen nun auf 45 Jahre. Grund dafür ist, dass sich der Studienbeginn durch Berufstätigkeit, Auslandsaufenthalte oder soziales Engagement verzögern kann. Studentinnen und Studenten, die ein Masterstudium beginnen, können in bestimmten Fällen auch in höherem Alter noch BAföG erhalten.

BAföG-Reform auf einem Blick

Tipps BAföG

Antragsstellung

Abgabefristen

BAföG gibt es frühestens ab dem Monat der Antragstellung. Startet dein Universitätsstudium zum Beispiel am 1. Oktober, sollte dein BAföG-Antrag spätestens am 31. Oktober dem Amt vorliegen. Andernfalls erhältst du für den Monat keine Förderung. Studierende reichen ihre Anträge in der Regel beim Studentenwerk ein. Für Schüler ist das entsprechende Bezirksamt für Ausbildungsförderung zuständig. Alternativ kannst du deinen Antrag auch online einreichen.

BAföG-Bezieher müssen in der Regel jedes Jahr einen Folgeantrag stellen. Deshalb ist es ratsam, die Abgabefristen im Blick zu behalten.

Tipp: Reiche deinen Antrag frühzeitig ein - etwa drei Monate vor gewünschtem Förderungsbeginn. Dann ist der Andrang im BAföG-Amt geringer und du erhältst dein Geld höchstwahrscheinlich pünktlich.

Auswahl wichtiger Unterlagen für den Erstantrag

  • Kopie deines Personalausweises oder Reisepasses
  • Kopie des Mietvertrages oder der Meldebescheinigung, wenn du nicht mehr bei den Eltern wohnst
  • Bescheinigung der Kranken- und Pflegeversicherung inkl. Beitragshöhe, falls du nicht familienversichert bist
  • Einkommensteuerbescheide der Eltern
  • Nachweise über Kontostände und eigenes Vermögen (auch Kfz oder Motorrad)
  • Nachweis über dein Einkommen im Bewilligungszeitraum
  • Schul- oder Studienbescheinigung von Geschwistern
  • Immatrikulations-/Schulbescheinigung
  • Vollständiger Lebenslauf

BAföG online beantragen

Neben der Einreichung in Papierform ist es auch möglich, den Förderantrag online mithilfe des Antragsassistenten "BAföG Digital" zu stellen. Dabei richten Sie ein Benutzerkonto ein, in dem Sie Ihre Daten speichern, alle notwendigen Dokumente hochladen und den Status Ihres Antrags einsehen können.

Tipps und Tricks zur Ausbildungsförderung

Antrag auf Fristverlängerung

Wer seine BAföG-Anträge vollständig, korrekt und fristgerecht einreicht, erhöht seine Chance auf Zahlungen zum Semesterbeginn. Gelingt es dir trotz aller Bemühungen nicht, deine Unterlagen vor Fristende einzureichen, bittest du dein BAföG-Amt schriftlich um eine Fristverlängerung. Nachrücker sollten den Antrag im Monat des Studienbeginns stellen, auch wenn noch nicht alle Unterlagen und Informationen vorliegen. Die fehlenden Angaben müssen nachgereicht werden, sobald sie vorliegen.

Wenn du mehr vom BAföG erwartet hast

Dein Förderbetrag erscheint dir zu niedrig oder dein BAföG-Antrag wurde unerwartet abgelehnt. Gegen die Entscheidung kannst du innerhalb eines Monats Einspruch einlegen – sowohl schriftlich als auch elektronisch. Begründe ganz konkret, warum du Widerspruch einlegst, und bittest um eine erneute Prüfung. Warst du zum Beispiel aufgrund eines Unfalls im Krankenhaus und konntest daher die Widerspruchsfrist nicht einhalten, besteht die Möglichkeit, den Widerspruch auch nach Ablauf der Frist einzureichen. Reiche hierzu innerhalb von 14 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus deinen Widerspruch mitsamt Wiedereinsetzungsantrag und Nachweis über den Krankenhausaufenthalt ein.

Weitere Fördermöglichkeiten und Zuschüsse

  • Stipendien
  • Bildungskredit
  • Wohngeld
  • Studienkredite

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch das zuständige BAföG-Amt oder/und das jeweilige Referat der Studierendenvertretung nicht ersetzen.

Zuletzt aktualisiert am 27. Oktober 2023