Kleinerer Schaden, aber mehr Scheine

Zurzeit tauchen in Deutschland immer weniger falsche 100- und 200-Euro-Scheine auf, was den durch Falschgeld verursachten Schaden stetig sinken lässt. Gleichzeitig nimmt jedoch die Anzahl der in Umlauf gebrachten falschen Banknoten kleinerer Stückelungen weiter zu. Die Wahrscheinlichkeit, einmal Blüten statt echtem Geld in die Hände zu kommen, steigt also.

Der größte Gegner der Fälscher ist das Wissen

Falschgeld kann Ihnen überall begegnen, wo Sie mit Bargeld zu tun haben. Der größte Komplize der Fälscher ist die Leichtgläubigkeit ihrer Opfer. Entsprechend konzentrieren sich sowohl die Deutsche Bundesbank als auch die Polizei vor allem auf die Aufklärungs-Arbeit und informieren Händler und andere Interessierte darüber, wie man Falschgeld erkennt.

Bargeld prüfen

Euro-Scheine sowie -Münzen sind mit verschiedenen Sicherheits-Merkmalen ausgestattet. Untersuchen Sie immer mehrere Merkmale. Nehmen Sie einen echten Schein oder eine Münze zum direkten Vergleich dazu. Wenn Sie Hilfsmittel wie Lupen, Prüfstifte oder UV-Lampen benutzen, untersuchen Sie immer zusätzlich auch andere Sicherheits-Merkmale. Im Zweifel lassen Sie verdächtige Scheine und Münzen von Ihrer Hausbank oder einer Filiale der Deutschen Bundesbank prüfen.

Fühlen

Bestimmte Teile des Druckbildes heben sich von der Oberfläche ab, so dass man sie fühlen kann:

 

  • die Abkürzung der Europäischen Zentralbank "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand auf der Vorderseite,
  • die jeweilige Wertzahl,
  • die Abbildungen der Fenster und Tore.

Sehen

Einige Sicherheits-Merkmale werden im Gegenlicht sichtbar.

 

  • Architektur-Motiv und Wertzahl als Wasserzeichen im unbedruckten Bereich
  • Sicherheitsfaden etwa in der Mitte des Scheins mit dem Wort "Euro" und der Wertzahl
  • Durchsichtsregister in der linken oberen Ecke der Vorderseite: Unregelmäßige Zeichen auf Vorder- und Rückseite bilden bei Durchsicht die vollständige Wertzahl
  • 5, 10 und 20 Euro: Spezialfolien-Streifen auf der Vorderseite rechts mit Euro-Symbol als Perforation
  • Ab 50 Euro: Spezialfolien-Element auf der Vorderseite mit Euro-Symbol als Perforation
  • UV-Eigenschaften: (unter anderem) Fasern im Papier, die unter UV-Licht in Rot, Grün und Blau leuchten. Auf der Vorderseite fluoresziert die Europa-Flagge in Blau und die Unterschrift des EZB-Präsidenten in Grün, auf der Rückseite die Europa-Karte, die Brücke und der Notenwert gelb.
  • Mikroschrift: nur mit einer Lupe erkennbare, gestochen scharfe Schriftzeichen

Kippen

Beim Kippen der Banknoten können Sie weitere Merkmale erkennen.

 

  • 5, 10 und 20 Euro: Spezialfolien-Streifen auf der Vorderseite rechts mit Euro-Symbol und Wertzahl als Hologramm in wechselnden Farben
  • 5, 10 und 20 Euro: Perlglanzstreifen auf der Rückseite mit Glanzeffekt, in dem sich Euro-Symbol und Wertzahl als Aussparungen absetzen
  • Ab 50 Euro: Spezialfolien-Element auf der Vorderseite mit Architektur-Motiv und Wertzahl als Hologramm
  • Ab 50 Euro: Auf der Rückseite in der rechten unteren Ecke die Wertzahl in optisch variablen Farben

Sehen

Mit dem Auge zu erkennen:

 

  • Prägung des Münzbildes - es hebt sich deutlich vom Münzgrund ab - bei Fälschungen ist es oft verschwommen, die Flächen uneben
  • Farbton weicht bei Fälschungen oft von dem echter Münzen ab; beschichtete Falschmünzen werden schnell fleckig, weil sich die Beschichtung abnutzt und das andersfarbige Grundmaterial hervortritt, zu erkennen vor allem bei den erhabenen Münzpartien
  • Randprägung: Bei echten Münzen gestochen scharf - bei Fälschungen oft unvollständig und unregelmäßig

Magnetismus prüfen

Falsche Münzen werden vom Magneten meistens zu stark oder gar nicht angezogen. Bei den echten Münzen:

 

  • Bei 1- und 2-Euro-Münzen ist der Innenteil nur schwach, der äußere Münzring gar nicht magnetisch.
  • Die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen sind ebenfalls nicht magnetisch.
  • 1-, 2- und 5-Cent-Münzen sind stark magnetisch.

Hören

Lassen Sie die Münze auf einen harten Untergrund fallen.

 

  • Bei einer echten Münze ertönt ein reiner Klang.
  • Falsche Münzen aus Blei oder Blei-Zinn-Legierungen erzeugen einen dumpfen Klang.
  • Hartmetall-Fälschungen klingen höher als echte Münzen.

Verdächtiges Geld zur Bank

Prüfen Sie Bargeld, sobald Sie es erhalten. Im Zweifelsfall reichen Sie verdächtiges Geld bei Ihrer Hausbank oder bei einer Filiale der Deutschen Bundesbank zur Prüfung ein. Sollte das Geld nicht gefälscht sein, bekommen Sie es nach der Prüfung zurück. Handelt es sich um Blüten oder falsche Münzen, wird es einbehalten. In diesem Fall wird Ihnen der Gegenwert leider nicht erstattet.

Falschgeld zur Polizei

Die Polizei rät:

 

  • Wenn Sie auf Falschgeld stoßen, fragen Sie den Einreicher nach seiner Identität und der Herkunft des "Geldes".
  • Geben Sie das Falschgeld keinesfalls zurück oder an andere Personen weiter. Sie könnten sich dadurch selbst strafbar machen.
  • Verständigen Sie schnellstmöglich die Polizei oder gehen Sie mit dem Falschgeld umgehend zur nächsten Polizeidienststelle und geben Sie sachdienliche Hinweise.

Weitergabe ist strafbar

Wer Falschgeld nicht einreicht, sondern behält oder vielleicht sogar weitergibt, macht sich strafbar: Verstöße werden mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet.

VB Lüdinghausen-Olfen eG
BLZ: 40164528
BIC: GENODEM1LHN